Die schwarz- weiße Welt des Bordeliners

Könnte ich mir aussuchen, ob ich im Rollstuhl sitzen könnte, oder Bordeline hätte, würde ich tatsächlich den Rullstuhl wählen. Für viele klingt das Lebensmüde, für mich realistisch. Menschen die nicht mehr laufen können, schätzen dieses Leben viel mehr. Ja, sie haben ein Handycap aber sie sind glücklich. Sie lachen ehrlich. Sie sehen das grau zwischen dem schwarz und weiß. Ich selbst bin Bordeliner. Entweder ist bei mir alles PERFEKT oder alles SCHLECHT UND HOFFNUNGSLOS , AUSSICHTSLOS ,  SINNLOS. Das Leben macht müde. Wir Bordeliner haben sieben mal stärkere Emotionen als Menschen ohne Psychischer Krankheit. Es fällt mir sichtlich schwer über dieses Thema zu schreiben. Es ist ein ewiges Hin und Her. Gut und Schlecht. Ein schwanken zwischen Lebendig und Lebensmüde. Es gibt verschiedene Arten von Bordeline. Die einen Bordeliner, belügen die Menschen. Die anderen belügen sich selbst. Es gibt welche, die suchen das Gefühl der Nähe in One night stands. Und andere suchen die Nähe in einer richtigen Beziehung. Manche haben Deprissionen, andere Panikattacken. Bordeliner, die eine Soziale Fobie, Bordeliner mit viel selbstbewusstsein. Einige verletzen sich selbst, andere nicht. Und so weiter. Es gibt bei Bordeline viele verschiedene Fassetten.

Fakten :

Die häufigsten Symtome sind die folgenden :

-Unangemessende starke Wut

-Gefühl der Leere

– Selbstverletzung / Suizidale Gedanken

-Dissotiationen ( wegtreten/Man ist da, aber irgendwie auch nicht)

– Allein sein verhindern

– Stimmungsschwankungen

Bevor eine Bordeline Störung diagnostiziert wird, bekommen die Patienten eine Liste mit 9 Symptomen. Haben sie mindestens 5 von 9 Symptome leiden sie an der Bordeline Störung.

Die am häufig gesagten Sätze :

„Ich frage mich häufig wer ich bin“ „Ich fühle mich leer“ Ich habe Angst die Kontrolle zu verlieren“ „ich darf nicht glücklich sein“

Manchmal will man gar nicht glücklich sein, manchmal verbaue ich mir unterbewusst Chancen. Damals konnte ich mein Glück nicht zulassen, dachte ich verdiene es nicht. Ich dachte ich sei ein schlechter Mensch, obwohl ich nur auf andere und nie auf mich Rücksicht nahm. Bordeliner sehen entweder weiß (Euphorie) oder schwarz (Deprission).

In einer Euphorie ist alles super, es fühlt sich an, als hätte sich alles ins positie verändert. Nichts kann mich aus der Bahn bringen, nichts und niemand kann mich aufhalten. Nichts und niemand kann mich beeinflussen und mir mein Glück nehmen.

Manche Bordeliner schmeißen während einer Euphorie ihr eld zum Fenster raus. Das habe ich zum Beispiel nie getan. Es gibt Menschen die dann einfach in den Urlaub fahren, sich teure Kleidung kaufen und sich hoch verschulden.

Man selbst kann diese Euphorie ohne psychologischer Betreuung nicht kontrollieren.

Irgendwann fällt man von jetzt auf gleich, in nur wenigen Sekunden in ein Loch. Ich nenne dieses Loch „Nullpunkt“. Es fühlt sich an, als hätte man versagt. Als wäre man zu nichts fähig, nutzlos. Alleine zwischen tausenden Menschen. Man kann sich auf niemanden verlassen. Alles ist schwarz, sinnlos, hoffnungslos.

Dieser Wechsel bleibt unkonrtolliert. Er findet statt, wann immer er will.

Im Arbeitsleben wirkt sich das bei mir so aus, das ich denke ich bin schlecht, wenn ich nicht perfekt bin. Dadurch steigere ich die Erwartungen an mich so hoch, das sie kaum noch zu erfüllen sind.

Jetzt komme ich zu dem schwierigsten Thema. Beziehungen.

„ich hasse dich, verlass mich nicht“ Ein ewiger Wechsel zwischen NÄHE und DISTANZ. Man liebt so stark, doch hasst auch so stark. Man schätzt erst wenn man verliert. Kaum in Worte zu fassen, wie sich das anfühlt. Man will die Menschen vor sich schützen und gleichzeitig sich vor den Menschen.

Für Außenstehende ist das alles hier, kaum zu bereifen. Kaum zu verstehen. Es gibt noch so viel mehr über Bordeline zu berichten. Ihr könnt gerne in die Komentare schreiben, auf welches Thema ich nochmal genau eingehen soll. Ihr könnt eure Erfahrungen mit Bordeline gerne anonym posten. Manchmal hilft es einfach, zu erkennen, das man mit all dem, gar nicht so alleine ist, wie man sich fühlt.

 

Bordeline kann nicht geheilt werden, aber man kann lernen damit zu leben.

Umgang mit Bordelinern :

Wenn du einen Bordeliner fragst wie es ihm geht, wirst du in den meisten Fällen diese Antwort bekommen:

Ich bin wertlos. Ich bin allein, unzufrieden mit mir selbst. Habe angst vor den Menschen. Ich bin anders, undankbar, komisch. Ich würde mich am liebsten in meinem Bett verkriechen, ich habe angst das sich die Menschen von mir abwenden. Habe Angst allein zu sein. Ich bin allein. Ich habe Angst vor mir und davor falsche Entscheidungen zu treffen.

Mir geht es gut, danke.

Außenstehende sind meistens überfordert und wissen nicht wie sie sich verhalten können, ich rate, einen psychologen aufzusuchen.

 


 


 

Zuletzt noch ein schönes Beispiel :

Stell dir vor, du läufst mit einer nahstehenden Person am Meer entlang. Sie wirft dich rein und geht weiter. Ja, du bist verunsichert, du bist enttäuscht, du hast dich gettäuscht. Die Wellen setzen ein, es liegt an dir, ob du dich kraftlos weiter ins Meer treiben lässt oder direkt anfängst zu kämpfen undans Ufer zu schwimmen. Umso länger du wartest, umso weiter wird der Weg zum Ufer.

Wenn einem das Wasser bis zum Halse steht, macht es keinen Sinn, den Kopf hängen zu lassen.

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