Wenig haben, ist besser als nichts zu haben.

Wir leben in einer modernen Welt. Für uns alle ist es normal mit warmen Wasser zu duschen.  Uns danach die Haare zu fönen und wenn es kalt ist, zu heizen. Wir schätzen Wasser und Brot keineswegs. Butterbrote, mit einem Aufstrich, den wir nicht mögen, wandern in die grüne Tonne. Wir entsorgen das, was andere am leben halten könnte, wofür andere kämpfen. In unserer Fantasie reisen wir nun einmal nach Afrika. Dort stirbt jede Sekunde ein Kind an Hungersnot. Angekommen in Afrika, es ist heiß. Wir sehen nichts außer Leid und abgemagerte Menschen. Weinende Menschen. Hunger und Durst  bemerken wir, wenn wir nach links schauen. Leid und Hoffnungslosigkeit bemerken wir, wenn wir nach rechts schauen. Wir drehen uns einmal im Kreis und beobachten Menschen, die krank sind. Diese Menschen haben ein Wunsch- gesund sein. Wir dagegen wünschen uns neue Handys, Geld zum shoppen, Geld zum feiern. Hungersnot überall. Menschen die um ihr Leben kämpfen, Menschen die ihr Leben verlieren. Durch die Hitze werden wir durstig. Also gehen wir los, um nach einer Wasserquelle zu schauen. Weil wir schon sehr lange unterwegs sind, bekommen wir Hunger. Der Magen beginnt zu knurren. Auch zu essen gibt es nichts. Weit und breit keine Pommesbude oder ein 5 Sterne Restaurant. Wir kämpfen innerhalb wenigen Stunden mit Hunger und Durst und mit der Gewissheit, dass in anderen Ländern das verschwendet wird, was uns am Leben halten würde. Manche hier sind sterbenskrank doch haben keine Medizinischen Möglichkeiten. Ein letzes mal blicken wir in die traurigen Gesichter, auf die zerfetze Kleidung und auf das Leid der Menschen, bevor wir die Heimreise antreten.  Diesmal haben wir keine Urlaubssurviniers ergattern können. Keine Postkarten oder Andenken. Alles was wir mitnehmen, ist die Gewissheit, dass es vielen Menschen schlechter geht, als uns.

Mein I Phone klingelt, meine Freunde rufen an und fragen, ob wir heute Abend feiern wollen.

Ich bekomme ein schlechtes Gewissen. Und du?

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